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“Eine neue Welt” von Tristan (Teilnehmer unseres BDSM-Hypnose-Seminars für Fortgeschrittene)

Ein Gastbeitrag von Tristan (celticnights.de), der kürzlich unser BDSM-Hypnose-Seminar für Fortgeschrittene in Dortmund besucht hat. Vielen Dank für die Erlaubnis, seine Erfahrungen bei uns veröffentlichen zu dürfen!

Seitdem meine Gespielin und ich mit Hypnose in Kontakt kamen, haben wir viel damit erlebt. Es hat uns neugierig gemacht; so neugierig, dass wir auf eigene Faust – vorsichtig und langsam – die Grenzen ein wenig erkundet und verschoben haben, aber es blieb – zumindest bei mir – eine gewisse Unsicherheit. Vielleicht auch Angst – aber die beiden Dinge hängen bei mir fast immer fest zusammen. Und deshalb vergrub ich mich in Videoseminare und Bücher über Hypnose und NLP um zumindest meine Unsicherheit in den Griff zu bekommen. Ihr könnt Euch denken, wohin das führt, nicht wahr?

Genau. Ein jeder Kursleiter erklärt ähnliche Phänomene auf andere Arten, von der abwegigsten Esoterik bis zur Biochemie, und an Überblick und Vereinfachung für jemanden wie mich, der einfach nur damit spielen mag, war eigentlich nicht zu denken. Natürlich habe ich viel gelernt, über Sprachmuster, Hintergründe und vor Allem Techniken, besonders aus dem Bereich von Showhypnose, die ich als sehr nahe an “unserer” Art, die wir fürs Spielen benutzen möchten, sah – und ich fühle mich auch ein wenig sicherer – aber ich wurde geistig auch entrückter. Je mehr ich lernte, desto mehr hatte ich das Gefühl, auf Wissensblöcke wie auf einem Lehrbuch achten zu müssen. Der Gedanke, intuitiv zu hypnotisieren rückte eher weiter weg, als dass er in Reichweite kam. Das störte mich ein wenig – es passte immer weniger zu einer BDSM-Session und selbst die einfachen Techniken waren wohl eher für einen Party-Trick geeignet oder für eine kurze Vorführung auf der Straße.

Aber dann half uns das Schicksal: Eines Tages erreichte mich eine Mail, in der ein neues Seminar für Hypnose im BDSM-Kontext angeboten wurde – die Fortgeschrittenen-Veranstaltung von den beiden Dozenten, die uns zuerst damit in Kontakt brachten, und die uns so neugierig, so begierig darauf gemacht hatten! Versprochen wurden interaktive Anwendungen, und das klang extrem spannend – nicht zuletzt, weil wir von den beiden schon gehört hatten, was sie mit diesen Dingen für Spaß hatten! Leider war der Kurs ursprünglich wieder zweitägig ausgelegt, und das ließ sich dieses Jahr an keinem der Wochenenden noch schaffen. Durch einen Zufall aber wurde er diesmal für den Termin, der nahe bei uns ist, auf einen Tag gekürzt, und das passte perfekt! Wir waren sofort Feuer und Flamme und waren tierisch glücklich, dass uns unsere Partner auch erlaubten, wieder gemeinsam hinzugehen (für die Interessierten: Es handelt sich um das BDSM-Hypnose-Seminar für Fortgeschrittene).

Als der Tag begann freuten wir uns unglaublich, viele bekannte Gesichter von wirklich sympathischen Menschen zu sehen, die schon im ersten Kurs mit uns Teilnehmer waren (ich empfinde liebe Menschen bei Seminaren, die so persönlich sind, immer als total wichtig) und wir verschwendeten keine Zeit und stürzten uns sofort ins Geschehen. Es war sehr angenehm, dass die Teilnahme am Einsteiger-Seminar eine Voraussetzung war – wir mussten also keine Zeit damit verbringen, uns alle auf das selbe Level zu bringen. Statt dessen erzählten wir erst einmal von Spielideen und Erfahrungen, die wir gemacht hatten. Wir kannten uns ja schon und es war sehr offen und ein schöner, interessanter Einstieg. Außerdem haben die Dozenten spontan noch eine Neuentdeckung mit uns geteilt – eine Smartphone-App, die zwar nicht explizit für Hypnose gedacht ist, aber Klangteppiche erzeugen und mit gesprochenen Worten verweben kann, und wir lernten spontan eine interessante Art, jemanden sanft in eine Trance zu führen, die durch die Klänge an sich schon eine alternative Realität im Kopf des Opfers zu zaubern beginnt – etwas, das wundervoll zu den hauptsächlichen Kursinhalten passen würde.

Nach dieser kurzen Einleitung ging es dann aber mit den Hauptthemen los: Es sollte ja um interaktive Erlebnisse gehen. Das heißt, der Hypnotisierte nimmt nicht nur die Worte des Hypnotiseurs auf, sondern reagiert auch darauf. Damit wir die Hypnose auch gleich passend einleiten, haben wir zwei Methoden dazu gelernt, die mit den Reaktionen des Opfers arbeiten und auch mehr Verantwortung bei diesem lassen, und die unheimlich effektiv sind und uns sehr gefallen (und von ihrer Einfachheit und Effizienz beeindruck) haben. Ich habe meine Gespielin damit direkt beim ersten Versuch in eine so tiefe Trance geschickt, wir wir es vorher … nun, ich denke, noch nie geschafft haben. Ich hatte von dieser Trancetiefe bei meinen Recherchen vorher schon gehört, hab sie aber dort das erste Mal hervorrufen können, und das funktionierte dank der Anleitung unserer wundervollen Dozenten ganz problemlos! Ich wusste, dass diese Trancetiefe mit ein paar Effekten (zum Beispiel Anästhesie) einhergeht und musste es natürlich direkt testen. Ein starkes Kneifen bemerkte meine Gespielin in diesem Zustand nicht – mehr noch, sie konnte sich auch in keinster Weise daran erinnern! (Das nächste Mal versuche ich das mit Nadeln <3) Nachdem wir von den Techniken einigermaßen beeindruckt waren und noch mehr davon, wie gut uns ein paar einfache Hinweise dazu verhalfen, sie so problemlos anzuwenden, wollten wir natürlich spielen. Wir haben uns an einer einfachen Art der interaktiven Anwendung versucht – einer interaktiven Traumreise, wie wir sie bei unseren Versuchen vor dem Seminar auch schon gemacht haben. In der Trance beschreibt man dem “Probanden” eine Szene, legt vielleicht einen Startpunkt fest, und lässt ihn dann darin agieren. Meine Gespielin suchte sich einen Wald aus – und während sie das Ruder übernahm und mich hindurch führte, mir alles zeigte und beschrieb, was sie sah und tat lächelte ich – genoss ihre schönen Beschreibungen und erkannte in dem ein oder anderen Detail dieser Landschaft in ihrem Kopf Wesenszüge von ihr selbst. Es war ganz friedlich und unschuldig (auch, wenn ich sie einmal fast im Wasser ertränkt hätte – aber ein wenig Aufregung musste ja nun auch sein). Nachdem mir auch eine Traumreise geschenkt wurde, hatten wir wirklich das Gefühl, auf einer Wellenlänge zu sein, uns in die Worte des Anderen fallen zu lassen – und waren bereit für bösere Dinge: Das Hauptelement, von das uns die beiden Dozenten auch außerhalb des Workshops immer wieder vorschwärmen und das wir nun endlich auch erleben sollten, ist die Wachtrance. Dabei wird jemand hypnotisiert, und darauf vorbereitet, gerade so weit aus der Hypnose heraus zu kommen, dass er scheinbar normal agieren, herumlaufen, sprechen kann. Bevor das geschieht, werden aber einige Suggestionen eingepflanzt, die die Realität desjenigen verändern. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt – also: Wirklich. Es ist beeindruckend. Das Opfer agiert dann in einer Welt, die zum Teil die Realität ist, aber die noch von den Worten des Hypnotiseurs geprägt ist, und sich deshalb in einigen Aspekten ändert. Das ist ein ganz dynamischer Vorgang, denn wenn eine Suggestion nicht so aufgenommen wird, wie man sich das vorgestellt hast, kann man das Opfer mit einem einfachen Befehl in die Trance zurück werfen, um die Parameter etwas zu ändern. Es war uns allen sofort klar, dass das ein zauberhaftes Mittel ist, um “normale” Sessions zu bereichern und unglaublich viel Unsinn damit zu machen, und wir waren ganz hibbelig und konnten es kaum erwarten, endlich zu beginnen! Das taten wir dann auch – bis auf eine kleine Unterbrechung spielten wir mit diesem neuen Werkzeug und waren verblüfft davon, wie einfach es ging, wie leicht es uns fiel und wie unkompliziert es anzuwenden ist. Es war am Ende eine Sache von zwei Minuten, meine Gespielin in einen Zustand zu werfen, der genau so war, wie ich ihn für eine Session gern haben wollte. Es hat wortwörtlich weniger lang gedauert, als die richtigen Seile in meiner Spielzeugtasche zu finden 😉
Ich habe Euch mit diesem langen Text nicht gelangweilt, oder? Ihr habt es gleich geschafft. Einige der Wachtrance-Spiele, die wir im Seminar beim Üben und auf der darauffolgenden Party spontan spielten waren:

>> Ein erster vorsichtiger Test, in dem meine Gespielin in einer Wachtrance war, in der sie nicht sprechen konnte. Aus Neugier habe ich diesen Zustand noch während der Session an ein Wort geknüpft, und so auch außerhalb der Wachtrance abrufbar gemacht (obwohl sie, was diesen Trigger anging, sehr eigene Vorstellungen hat, und sich mit Händen und Füßen gewehrt hat um ihn wieder los zu werden – und es schließlich schaffte, funktionierte er erst einmal recht gut. Aber warte nur – so leicht mache ich es dir das nächste Mal nicht!)

>> Ein Spiel, in dem ich der Herrin des Feuers gegenüberstand. Ihr Haar brannte, ihr Blick durchbohrte mich und jede Faser meines Körper fügte sich ihren Worten. (Das war, wie gesagt, keine Traumreise sondern die Realität, die ich so wahrnahm. Meine Gespielin stellte die Herrin des Feuers dar) Sie konnte mich mit unsichtbaren Ketten an die Wand fesseln. Ich musste nicht einmal dran denken – als sie die Worte sagte, blieben meine Hände dort. Ganz von allein…. und lange! Ich habe heute noch Muskelkater davon – aber währenddessen war nicht daran zu denken, sie herunterzunehmen. Mehr noch – ich konnte die Ketten spüren und bin mir vollkommen sicher, mich mehrmals an ihnen hochgezogen zu haben!

>> Eine Rauferei, in der ich meine Gespielin (die mir eigentlich ebenbürtig ist) halb so stark machte. Ich war beeindruckt, wie perfekt sie “die Hälfte ihrer Stärke” getroffen hat – und es war so lustig, mit ihr zu raufen! Am Ende führte ich noch den Effekt ein, dass ein Fingerschnippen von mir sie noch schwächer macht – nach und nach wurde sie so schwach, dass sie auf den Boden sank und sich selbst der Schwerkraft nicht mehr erwehren konnte. Oh – und am Ende, nur um fair zu bleiben, gab ich ihr die Suggestion, stärker als ich zu sein! Ich glaube, das löste in ihren Muskeln noch ein paar Kraftreserven, die ich vorher nicht an ihr spürte. Jedenfalls nahm ich ihr diese Stärke dann bald wieder, als ihre Gelenke unter ihren Muskeln anfingen zu knacken… das tat ich aber auf kreative Art. Ihre Stärke würde sich halbieren, wann immer sie durch eine Tür geht. Das war zu Beginn der Party – und es gab viele Türen, und sie hatte viele Wege vor sich. Es war zu lieblich, zu sehen, wie sie nicht umher kam, sich selbst zu schwächen – und wie sie zögerte, eine Tür zu passieren <3 >> Mein erstes Mal, meine Gespielin zu Beginn einer Session mit einer Hypnose zu überrumpeln hat wundervoll funktioniert. Diese Trance führte sie einfach in eine Grundhaltung, in der sie mir vollkommen devot gegenübersteht, mich anbetet und mir jeden, wirklich jeden, meiner Wünsche erfüllen möchte. Während des Spieles änderte ich diesen Zustand noch mehrere Male, indem ich sie einmal kurz vergessen ließ, wo sie war – während sie physisch mit verbundenen Augen in einem Pranger steckte. Sie bekam Angst, die immer stärker wurde und Panik, als ich sie berührte (weil sie auch vergaß, dass ich es bin, der hier bei ihr ist) und kurz bevor sie versuchte, dem Pranger durch gefährlich aussehende akrobatische Manöver zu entkommen (oder sich dabei den Arm zu brechen) habe ich sie in die Trance zurück geworfen 😉 Dafür konnte ich ihr danach glaubhaft klar machen, dass sie furchtbare Angst vor einem Nadelrad hat (über das sie wohl sonst eher schmunzelt) – und ihr Schmerzensschreie entlocken, obwohl ich sie damit fast nicht berührte! Aber so ist das halt, wenn du dir vollkommen sicher bist, dass es das Schmerzhafteste ist, das du dir vorstellen kannst…

Fazit

Ja. Ein Fazit habt ihr Euch verdient – nach diesem hilflosen Versuch, meine Gedanken und Eindrücke in Worte zu fassen. Ich hätte vielleicht länger warten sollen – hatte aber Angst, dass ich dann nicht mehr so treffende Worte für diese tollen Erlebnisse finden würde und es mir schwerer fallen würde, sie niederzuschreiben.

Ich habe mich auf das Fortgeschrittenen-Seminar im Vorfeld unheimlich gefreut – aber niemals damit gerechnet, dass es so eine Bereicherung sein könnte. Ich dachte, ich hätte viel gelernt, ich dachte ich wäre weit gekommen, aber dieser Tag hat mir die Tore geöffnet in eine Welt, in der ich Hypnose unkompliziert, intuitiv und spontan einsetzen kann wann immer ich möchte, um eine Situation zu bereichern, ein Spiel zu intensivieren – aber auch, für all die anderen Dinge, für die man das tun könnte! Es hat mir viel Angst genommen, mir Selbstbewusstsein und die Sicherheit gegeben, mich nicht mehr überwinden zu müssen und das Lampenfieber zu bekämpfen – denn das habe ich nun einfach nicht mehr, bevor ich jemanden hypnotisiere.

Die Wachtrance an sich ist eine zauberhafte Bereicherung. Nach dem Einsteiger-Seminar kennt man wirklich wichtige Grundlagen, und für BDSM gibt es wundervolle Effekte – gerade posthypnotische Trigger. Diese sind aufregend und interessant, zielen aber in meinen Augen sehr auf eine Session ab, die sich um Hypnose dreht – oder deren zentraler Punkt die Hypnose ist. Mit den Mitteln rund um eine Wachtrance habe ich nun etwas, das ich ganz spontan und intuitiv einfließen lassen kann, um etwas zu intensivieren. Gefühle, Geisteshaltungen, Einschränkungen in einer Session – aber warum denn nur dort? Ich denke an Disco-Besucher, Vergnüngungsparks, Rollenspiel-Abende, Kinobesuche… und mit jeder Stunde nach dem Seminar fällt mir mehr ein, das ich unbedingt ausprobieren mag!

Nach dem Weg durch die Welt der Hypnose bin ich nun gefühlt an einem Punk, an dem ich sie so weit beherrsche, dass ich ohne über die Grundlagen und Methoden nachzudenken einfach damit Spaß haben kann. Die beiden Seminare im Kontext BDSM waren für mich der perfekte Weg dorthin – und ich muss sagen, dass es tatsächlich das aufregendste “Spielzeug” ist, das ich in meiner BDSM-”Laufbahn” in mein Repertoire aufgenommen habe. Praktisch nur, dass die Möglichkeiten bei BDSM-Sessions nicht enden …

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Tristans Seminarbericht

Hypnose und BDSM

Vollkommen gefangen bin ich noch, in den Nachwirkungen dieses wundervollen Wochenendes, die mich einfach nicht loslassen, mich tiefer ziehen und meine Neugier schüren. Ich habe mir nicht träumen lassen, dass der Weg, den ich am Samstag nach so viel Vorfreude nun endlich einschlug, in mir so viel Begeisterung und Gier nach mehr wecken würde. Doch der Reihe nach:

Vor einigen Monaten – eigentlich über einem Jahr schon – erzählte mir ein Freund, der sich schon länger mit Hypnose im Kontext von BDSM beschäftigte, detaillierter und begeisterter von seinen Erfahrungen, und seine Worte begannen, auch in mir eine Neugier zu entfachen. Aber die Welt des BDSM ist groß, und es gibt so viele Dinge, die meine Gespielin und ich gern einmal ausprobieren möchten – so reihte ich es einfach in die Reihe ein, und beließ es dabei. Doch es fühlte sich nicht so an, als wäre ein Ort in der Liste der “das wäre doch einmal interessant” – Dinge der geeignete Ort. Warum?

  • * Das Thema Hypnose ist vollkommen anders als alles, was ich kenne. Ich habe rein gar keine Erfahrungen damit, ich habe nicht einmal eine vage Vorstellung davon, wie es sein oder sich anfühlen könnte.
  • * Die Erlebnisse, die dieser Freund mir berichtete, klangen beeindruckend – fast schon fantastisch. Sie erzeugten Unglauben, ja – aber auch Neugier, weil ich diesem Menschen vertraue und dieses Gefühl das Unglauben bröckeln ließ

Deshalb begann ich, ab und an einmal das Gespräch im Beisein meiner Gespielin auf dieses Thema zu lenken. Sie teilte den Reiz, den die Vorstellung hat – aber sie meinte auch, dass sie sich sehr unsicher sei, ob sie es zulassen könnte, jemanden – vielleicht gar jemanden, dem sie nicht zu sehr vertraut und der ihn nicht gut kennt, so nah an sich selbst, ihren Kopf und ihr Unterbewusstsein zu lassen. So versiegte das Thema erst einmal – und blieb eine nette Idee.

Aber etwas so reizvolles lässt sich nicht einfach lange ignorieren – mich nicht, und meine Gespielin erst recht nicht. Irgendwann aus heiterem Himmel kam sie auf mich zu und meinte, sie hätte darüber nachgedacht: Dass sie mir vertraut, dass die Neugier siegte und dass sie sehr gern dieses Thema mit mir gemeinsam verfolgen mag. Ich war hellauf begeistert 🙂 Das ganze geschah, als sich in unserem Umfeld die Möglichkeit, an einem Seminar teilzunehmen, auftat. Hypnose im Kontext von BDSM – und wir beide wussten, dass es uns fast magisch dorthin zog. Zusätzlich haben wir noch ein längeres Gespräch mit einem der Kurs-Dozenten geführt, ganz zwanglos und offen, und es hat viele Vorurteile zerstreut, die Ängste hätten auslösen können.

Die Entscheidung war gefallen – wir meldeten uns für ein Seminar an – in einer vertrauten Umgebung (nämlich am Veranstaltungsort der Dark Desire, auf der wir häufiger spielen), mit zumindest einem Dozenten, den wir kennen und sehr mögen und schätzen – eine bessere Situation hätte es nicht geben können 🙂

Der erste Seminartag

Nachdem die Aufregung, je näher der erste Seminartag rückte, ins Unermessliche stieg, begab ich mich nach einem entspannenden Abend und einer erholsamen Nacht mit meiner Gespielin am Morgen des Samstags zu den Bedo-Studios. Wir waren aufgeregt, wir waren zu früh (aus Angst, zu spät zu kommen) und voller Erwartungen und Unsicherheiten und Vorfreude. Nach und nach trafen die anderen Teilnehmer ein, der uns schon bekannte Dozent, ein guter Freund, begrüßte uns und wir lernten uns ungezwungen kennen – und stellten erleichtert fest, in einer Gruppe durchweg sympathischer und angenehmer Menschen zu sein. Die zweite Dozentin, Undine, kannte ich bisher nur aus einigen Erzählungen und von ihren Websites – in der Realität bestätigte und bestärkte sich das positive Bild, das ich von ihr hatte. Eine empathische, sympathische, wunderschöne, schillernde, authentische und vollkommen kompetente Frau.

Als das Seminar begann – mit theoretischen Grundlagen und dem Entschärfen von falschen Vorurteilen oder Vorstellungen, die die meisten von uns wohl dabei hatten, war vom ersten Moment an klar, dass die Beiden nicht nur in ihrem Element waren, vollkommen in der Thematik standen und ein beeindruckend solides Wissen – nicht nur von der Thematik an sich, sondern auch von psychologischen oder medizinischen Fakten am Rande hatten, sondern dass sie sich fast spielerisch ergänzten, sich den Ball zuwarfen – es war mir eine Freude, an ihren Lippen zu hängen und es schien ihnen eine zweite Natur zu sein, das zu vermitteln.

Der Großteil des Seminars bestand allerdings nicht in diesen gemütlichen Runden, in denen uns Neues erzählt wurde, sondern darin, es anzuwenden. Untereinander – denn das zu lernen, dafür waren wir ja da. Die Location bot sich perfekt dazu an – die sonst zum Spielen verwendeten halb abgetrennten Bereiche waren wundervoll dazu geeignet, in kleinen Gruppen das anzuwenden, was uns nahe gebracht wurde. Die Spielgeräte wurden zu entspannenden Sitzmöglichkeiten, und wir lernten nach und nach aufeinander aufbauend die Schritte der Einleitung und Vertiefung einer hypnotischen Trance in ganz vielen Facetten und an mehreren Partnern, lernten, wie unterschiedlich sie reagierten, und uns selbst darauf anzupassen. Aber vor allem lernten wir, uns fallen und leiten zu lassen, dieses wundervolle Gefühl zu erleben, zu genießen, zu vertiefen und … damit zu spielen.

Als der erste Tag zu Ende war, hatte ich ein viel klareres Bild dessen, was möglich ist, wie es sich anfühlt und wie man es erreichen konnte. Und meine Gier danach, mehr zu erfahren, war fast schmerzhaft. Wir haben uns entschieden, an der darauf folgenden Dark Desire noch teilzunehmen, die zwei Stunden zwischen dem ersten Seminartag und der Party verbrachten wir mit dem Verschlingen der Seminarunterlagen und Skripte und damit, unsere Vorfreude auf den nächsten Tag noch mehr anzuheizen.

Party und zweiter Seminartag

Die Party selbst war ein toller Kontrast – und da ich mit meiner Spielgefährtin sehr viele der Übungen im Seminar gemacht habe, so darauf geeicht war auf Ihre Stimme – oder eben auf kleinste Zeichen ihres Körpers zu achten, war es eine wunderschöne Spielparty – sowohl auf der aktiven als auch auf der passiven Seite. Wir nahmen wundervolle Spuren mit nach Hause und ein Gefühl der Hingabe zueinander.

Dieses war auch noch nicht verklungen, als wir uns nach einer etwas zu kurzen Nacht am nächsten Tag wieder dort einfanden. War der erste Tag geprägt von Grundlagen, davon zu üben, zu lernen und vorzubereiten, Wissen vermittelt zu bekommen und Techniken zu erlernen, so war es der zweite Tag, der uns beide Dinge fühlen ließ, die überwältigend waren. Die Macht, die das Unterbewusstsein über uns hat, so gezielt lenken zu können, intensivste Empfindungen auszulösen, die aus Gedanken eine scheinbare Realität in all ihren Facetten machen oder Worte zu verankern, die das Verhalten im Wachzustand, über Tage hinweg, grundlegend beeinflussen war etwas, das ich nie in dieser Form zu erfahren erhofft hatte.

Fazit

Ich bin voller tiefster Dankbarkeit, meiner Gespielin und den beiden Dozenten gegenüber, ich bin beeindruckt und voller Elan! Nachdem ich erfuhr, was wir nach nur zwei Tagen miteinander und füreinander bewirken können, sehen wir auch die Erzählungen vom Anfang, jene, die uns so lockten, mit anderen Augen und sind uns sicher, dass wir dieses neue Instrument in all seinen Aspekten erforschen wollen.

Unsere Neugier, so intensiv sie zu Beginn war, ist erst jetzt wirklich erwacht. Nur – jetzt haben wir die Grundlagen und die Mittel, sie gemeinsam weiter zu erforschen.


Herzlichen Dank an Tristan für die Erlaubnis, seine Eindrücke auf unserer Website veröffentlichen zu dürfen. Die Erstveröffentlichung fand in seinem Blog “Celtic Nights” statt.

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Reiners Seminarbericht

Reiner besuchte unser Einsteiger-Seminar im Mai 2012 in Hamburg und stellte uns seine Eindrücke freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung. Vielen Dank!

Zunächst einmal möchte ich ausdrücklich sagen, dass dieser Bericht komplett von mir stammt und meine Empfindungen und Meinung widerspiegelt, es haben mich jedenfalls weder Undine noch Jochen hypnotisiert, damit ich diesen sehr überschwänglichen Bericht schreibe.
(Glaube ich zumindest. *duck und wech*)

Ich bin immer recht skeptisch und hinterfrage alles und war beim Thema Hypnose sehr zwiegespalten.

Zum einen wollte ich Hypnose schon immer einmal ausprobieren, zum anderen hatte ich aber Angst davor, denn man will ja nicht mit seinen Verstand rumspielen und hinterher eine “matschige“ Birne haben.

Auch ob Hypnose bei mir überhaupt funktioniert, war ich mir nicht sicher, ich dachte einerseits: nein das schafft keiner, dich zu hypnotisieren, aber anderseits wusste ich, das ich auf Massensuggestionen bei Veranstaltungen genauso wie alle anderen anspreche.
Meine Zweifel waren auch da, weil ich meine sehr nette Begleitung nicht dadurch enttäuschen wollte, dass ich dann doch nicht hypnotisierbar bin, aber da musste ich einfach durch.

Eine meiner weiteren Befürchtungen waren, dass der Seminarort ein kalter, weißer Raum mit unbequemen Möbeln, wie bei (EDV)-Seminaren üblich, sein könnte. Ein Raum, in dem man einfach nicht in der Lage ist, sich zu entspannen und zu konzentrieren, wenn die anderen einen ständig ablenken, weil man mithört, wie auch sie hypnotisiert werden.

Es waren jedoch alle Befürchtungen völlig unbegründet. Der Seminarort war sehr sehr nett und angenehm, das genaue Gegenteil von dem, was ich befürchtet hatte. Hier würde man sich sehr gut entspannen können für die Hypnose.
Die anderen Teilnehmer, die nach und nach eintrudelten, waren ebenfalls alle sehr nett.
Ich war erleichtert.

Wir unterhielten uns erst einmal und vertilgten den sehr leckeren Hefezopf den Jochen für uns gebacken hatte.

Dann setzten wir uns in lockerer Atmosphäre im Kreis zusammen und fingen mit dem Seminar an.
Jochen zeigte uns wie er Undine hypnotisiert und führte sehr eindrucksvoll vor, dass sie wirklich hypnotisiert ist.
Wer es nicht glaubte, der konnte den dazu benutzten Viehtreiber an sich selber im unhypnotisierten Zustand recht schmerzhaft ausprobieren.

Danach machten wir mit unseren Übungspartnern die ersten Übungen und wechselten auch einmal die Übungspartner.

Das erste Mal hypnotisiert zu werden, war für mich merkwürdig.
Man kriegt alles mit, glaubt irgendwie, dass es nicht funktioniert, merkt aber an den eigenen Reaktionen, dass es sehr wohl funktioniert hat.
Die heftigen und sehr schnellen REM-Augenbewegungen (wie im Schlaf, wenn man träumt) zum Beispiel kann man einfach nicht so lange willentlich machen, sondern sie kommen von ganz alleine.
Außerdem bestätigen die anderen die zugeschaut haben, dass man hypnotisiert war.
Komisch ist auch, dass man alles mitkriegt und jederzeit willentlich abbrechen könnte, aber man will es einfach nicht abbrechen.

Nach ein paar weiteren Vorträgen und Übungen hatten wir in den kleinen Pausen dazwischen Jochens leckeren Hefezopf restlos vertilgt und machten uns zusammen gut gelaunt bei schönstem Wetter auf zum Mittagessen in einen Restaurant am quirligen Steindamm.
Das Mittagessen in unserer lockeren Runde war sehr lecker und preisgünstig.

Gut gesättigt und bester Laune setzten wir danach dann unser Seminar fort.
Dies geschah wieder in lockerer Abfolge von Erklärungen und Vorführung des Erklärten, an Undine sowie an mehreren Freiwilligen. Danach folgte dann jeweils ein gegenseitiges Ausprobieren des Gelernten an wechselnden Übungspartnern.

Am Ende des ersten Seminartages bekamen wir die Aufgabe, die Seminarunterlagen schon einmal weiter durchzulesen und verabschiedeten uns dann aus der lockeren Runde.

Der zweite Seminartag war genauso toll wie der erste, Jochen hatte einen sehr leckeren Schokoladenkuchen gebacken, den er auch für die Vorführung der Geschmacksverstärkung durch Hypnose benutzte. Wir lernten noch einen Haufen weiterer Möglichkeiten bezüglich Hypnose und probierten diese immer gleich mit wechselnden Übungspartnern aus.

Nach einem sehr berauschenden zweiten Seminartag verabschiedeten wir uns und ich denke es geht den anderen Teilnehmern genauso wie mir, dass auch sie das Thema Hypnose im BDSM Kontext vertiefen wollen und weiter üben werden.

Auch nach fast einer Woche funktioniert bei mir immer noch der gesetzte Dufttrigger und löst nach ein paar Sekunden eine Trance, Entspannung und Wohlgefühl sowie heftigste REM-Augenbewegungen aus.

Ich bin restlos begeistert. Danke für das Seminar, Undine und Jochen!