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Hypnose-Glossar

Abreaction Emotionaler Ausbruch, Absturz während der Hypnose
Amnesie Erinnerungslosigkeit, Gedächtnisverlust
Analgesie Schmerzausschaltung
Anästhesie Empfindungslosigkeit
Ankern Verknüpfen einer mentalen / emotionalen Antwort mit einem Auslöser (Trigger)
Blitzinduktion Hypnose-Einleitung, die ein Überraschungsmoment beinhaltet und die Schrecksekunde für einen Trance-Befehl (“Schlaf!”) nutzt.
Convincer Überzeuger; Technik, die den Hypnotisanden davon überzeugt, in Hypnose zu sein
Deepener Vertiefer; Technik der Trancevertiefung
Exduktion Herausführung; Technik zur Ausleitung aus der Trance
Hypnotisand Person, die hypnosiert wird (Patient, Klient, Proband, Bottom)
Hypnotiseur Person, die aktiv die Hypnose leitet
Induktion Hineinführung; Technik zur Einleitung einer Trance
Katalepsie Der Begriff beschreibt einen Zustand, in dem aktiv oder passiv eingenommene Körperhaltungen übermäßig lange und ohne subjektive Kraftanstrengung beibehalten werden.
Levitation “Schweben” von Körperteilen, z.B.: Arm hebt sich bei der Vorstellung, dass Luftballons daran gebunden sind.
Pacing “Mitgehen”, der Hypnotiseur gleicht seine Verhaltensweisen an die des Hypnotisanden an z.B. Atem, Sprache, Stimme, Körperhaltung, oder spiegelt diese. Dies schafft ein Vertrauensverhältnis.
Posthypnotischer
Trigger (PHT)
Auslöser, dem ein in Hypnose geankertes Gefühl, Zustand oder Reaktion unwillkürlich folgt.
Rapport Vertrauensvolle Beziehung zwischen Menschen (hier zwischen Hypnotiseur und Hypnotisand), die von empathischer Aufmerksamkeit geprägt ist.
Regression Rückführung in kindliche Gefühle / Verhaltensweisen
REM Rapid Eye Movement; Schnelle Augenbewegung bei geschlossenen Lidern, wie sie im Traumschlaf auftritt
Somnambulismus Tiefer, schlafähnlicher Trancezustand (Hypnotisches Koma)
Suggestion Beeinflussen einer Vorstellung oder Empfindung durch Manipulation der Wahrnehmung, ohne dass die Manipulation bewusst wahrgenommen bzw. als fremd empfunden wird.
Utilisieren Nutzen von vorhandenen äusseren Einflüssen oder von Reaktionen des Hypnotisanden zu hypnotischen Zwecken (meist Trancevertiefung)
Wirksuggestion Kernsuggestion einer Hypnose-Session, z.B. Traumreise, therapeutische Inhalte, Ankern eines PHT etc. (Induktionen, Exduktionen, Deepener und Convincer sind keine Wirksuggestionen.)
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Literaturliste

Empfehlenswerte Hypnose-Bücher zum Einstieg, Selbststudium und Weiterbildung:

  • Bandler, Richard; Grinder, John: Die Struktur der Magie
  • Bandler, Richard; Grinder, John: Patterns (schwieriger)
  • Bandler, Richard; Grinder, John: Therapie in Trance. (Einsteigerbuch)
  • Erickson, Milton H.: versch. Werke (erstaunliche Menschenkenntnis)
  • James, Tad: Kompaktkurs Hypnose. Wie man Phänomene tiefer Trance hervorruft.
  • LeCron, Leslie M.: Selbsthypnose, Fremdhypnose
  • McGill, Ormond: The New Encyclopedia of Stage Hypnotism (auf englisch, sehr informativ)
  • Meinhold, Werner: Das große Handbuch der Hypnose.
  • Peter Masters, Peter: Look into my eyes (englisch, gutes Einsteigerbuch, Bezug zur Sexualität)
  • Tepperwein, Kurt: Die hohe Schule der Hypnose (eher historisch wertvoll)
  • Zeig, Jeffrey K. (Hrsg.): Meine Stimme begleitet sie überallhin – Ein Lehrseminar mit Milton H. Erickson. (Transcript eines Seminars und auführlicher Einblick in die Technik von Erickson)
  • Anthony Jacquin: Reality is Plastic (Kompaktes Grundlagen-Lehrbuch auf englisch mit Begleit-DVD. Moderner, schnörkellos-pragmatischer Ansatz zur Hypnose mit Fokus auf Unterhaltung, Straßen- und Blitzhypnose.)
  • Dirk Revenstorf, Peter Burkhard (Herausgeber): Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin: Manual für die Praxis (umfassendes Grundlagenwerk, auch für Nichtmediziner empfehlenswert und gut zu lesen)
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Hypnose-Mythen: Macht- und Willenlosigkeit

Hypnose ist ein Instrument, dem manche Menschen eine nahezu magische Macht zuschreiben. Der Mythos, dass Hypnose Menschen zu willenlosen Automaten macht, ist weit verbreitet und wird zum Beispiel in der Showhypnose häufig genutzt und bestärkt. Der Mythos der Willenlosigkeit ist es auch unter anderem, der Hypnose für viele BDSMer ausgesprochen attraktiv macht.

Die schlechte Nachricht: Eine hypnotische Trance macht weder willenlos, noch zwingt sie den Hypnotisanden unter die Gewalt des Hypnotiseurs. Unter Hypnose werden nur die Suggestionen angenommen und ungesetzt, die für das Unterbewusstsein akzeptabel sind und von dort enthusiastische Zustimmung erhalten.

Die gute Nachricht: Wer als Passiver ein Machtgefälle, und dort insbesondere den Zwang der Machtlosigkeit erotisiert und daraus Wohlgefühl ableitet, wird der Suggestion einer Macht- und Willenlosigkeit in der Hypnose enthusiastisch zustimmen und diese Willenlosigkeit als fixe Idee zu seiner subjektiven Realität machen.

Auch wenn die Frage nach der Willenlosigkeit experimentell nicht leicht zu entscheiden ist, weil der Charakter eines Experiments dem Probanden grundsätzlich die Verantwortung abnimmt, schließt der heutige Stand der Forschung nach Meinung maßgeblicher Autoren praktisch aus, dass ein Individuum unter Bedingungen der hypnotischen Trance als der Kontrolle über seinen Willen beraubt angesehen werden kann. [1]

Die bisher vorliegenden systematischen Studien und Literaturzusammenfassungen […] kommen einhellig zu der Auffassung, dass in hypnotischer Trance nichts zugelassen wird, wofür nicht eine, wenn auch wahrscheinlich nichtintegrierte Bereitschaft vorliegt. [1]

Die Macht des Unterbewussten

In einer Hypnose ist der kritische Teil des Bewusstseins getrübt. Damit werden die Suggestionen des Hypnotiseurs nicht mehr auf rational-logische Konsistenz geprüft – der Verstand des Hypnotisanden als Entscheidungsistanz ist im wesentlichen durch Vertrauen in den Hypnotiseur ersetzt, das Bewusstsein läuft je nach Trancetiefe nur noch als innerer Beobachter mit oder “schläft” ganz.

Trotzdem ist der Hypnotisand keineswegs schutz- und willenlos. Der überwiegende Anteil an alltäglichen Entscheidungen und nahezu alle Entscheidungen in Stress- und Notsituationen werden nicht bewusst getroffen, sondern unterbewusst oder instinktiv (und ggf. nachträglich rationalisiert). Das Unterbewusste arbeitet auf der Basis von Glaubenssätzen und Wertesystemen – Muster, die aufgrund von Erfahrungen gebildet wurden und nur in einem therapeutischen Prozess veränderlich sind, der alle relevanten Persönlichkeitsanteile mit einbezieht und der (subjektiv) positiven Weiterentwicklung des Patienten dient. Jede Suggestion, die “mal eben” einer der tiefliegenden Überzeugungen des Hypnotisanden widerspricht, wird abgelehnt, bei einem starken Widerspruch schwächt sich gleichzeitig der Rapport, unter Umständen wird die Hypnose sogar vom Hypnotisanden beendet.

Grundsätzlich hat der Hypnotisand verschiedene Möglichkeiten, auf eine Suggestion zu reagieren – Zustimmung, Ablehnung, Indifferenz. Damit eine Suggestion wirksam wird, ist eine enthusiastische Zustimmung der relevanten unterbewussten Persönlichkeitsanteile nötig: “Ja, genau! Ich mag diese Suggestion! Ich weiss, dass sie funktioniert!” Gleichgültigkeit, Ablehnung oder auch nur die Hoffnung, dass es schön wäre, wenn diese Suggestion funktionieren würde, führt dagegen dazu, dass die Suggestion nicht umgesetzt wird.

Der Hypnotisand kann mit zunehmender Selbsterfahrung dieses enthusiastische Ja seines Unterbewussten erkennen, und weiss schon, während die Suggestion ausgesprochen wird, ob diese wirksam ist oder nicht. Als Hypotiseur kannst du dich im Zweifel dieser Zustimmung vergewissern, indem du um ein Zeichen bittest (“Wenn du weisst, dass diese Suggestion ganz genau so passieren wird, wie ich es gesagt habe, hebe jetzt den Zeigefinger deiner rechten Hand”).

Ein Beispiel aus der Praxis: Ich hatte eine junge Frau in einer erotischen Trance, suggerierte viele Hände, die sie berühren und erregen. Mein Opfer wand sich, genoss sichtbar und ging wunderbar mit. Doch als ich ihr zuflüsterte, “Du bist wunderschön” wurde sie sofort steif und runzelte die Stirn.

Was war passiert?

Die Dame hatte (leider, leider) ein gestörtes Selbst- und Körperbild und war tief in ihrem Unterbewusstsein davon überzeugt, nicht attraktiv zu sein. Diese Überzeugung hatte ich mit meinem Satz verletzt. Der eingetretene Rapportverlust liess sich wieder auffangen, trotzdem war klar, dass sich an diesem Glaubenssatz nicht so ohne weiteres kratzen lässt.

Hypnose und Manipulation

Selbstverständlich kann ein geschickter Manipulator manche Menschen dazu bringen, manche Dinge zu tun, die ihnen oder anderen schaden. Dazu bedarf es erstens der (ggf. auch rein unbewussten und nicht-integrierten) grundlegenden Bereitschaft des Manipulierten, diese Dinge unter bestimmten Umständen zu tun, und zweitens der Kommunikation. Hypnose ist eine Kommunikationsform und damit grundsätzlich ein mögliches Mittel (auch böswilliger) Manipulation. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Manipulation nicht auf anderem Wege genauso wirksam hätte erreicht werden können.

Eine häufig gestelle Frage ist beispielsweise die, ob eine professionelle Domina einen zahlenden Klienten mittels Hypnose dazu bringen kann, mehr Geld bei ihr zu lassen, als ihm guttut. Die Antwort: Ja, natürlich. Wenn: ein Rapport besteht, der Klient von seiner Machtlosigkeit in der Hypnose zutiefst überzeugt ist, weil er genau diesen Aspekt anregend findet, und/oder wenn er ohnehin dazu neigt, zuviel Geld für bezahlten Sex auszugeben (und lediglich sein rationales Bewusstsein ihn davon abhält, sich zu ruinieren). Da diese Faktoren bei der Kundschaft einer professionellen Hypnodomina nicht allzu selten zusammentreffen dürften, ist es möglich, auf diese Weise Geld zu verdienen – genauso, wie es für einen Profi möglich ist, einem Kunden durch herkömmliches Kobern (Vorenthalten von vereinbarten Leistungen und weitere Geldforderungen in Momenten höchster Erregung) sein Geld aus der Tasche zu ziehen, oder in Vergnügungsvierteln betrunkene Touristen um ihre Ersparnisse zu erleichtern.

Machtlosigkeit als Fetisch

Kurz: Ob jemand unter Hypnose ein Gefühl der Macht- und Willenlosigkeit erlebt, hängt ausschließlich davon ab, ob er genau das erleben möchte oder nicht. Wird die Hypose als BDSM-Praktik im Rahmen eines Machtgefälles eingesetzt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Suggestion der Willenlosigkeit enthusiastisch angenommen und erotisiert wird. Das kann im Extremfall dazu führen, dass der Hypnotisand sich übernimmt und Dinge tut oder erlebt, die er oder sie nicht tun oder erleben möchte – solange die Faszination der Machtlosigkeit größer ist als der subjektive Schaden. Ist der Wunsch nach Willen- oder Machtlosigkeit nicht-integriert (also dem Bewusstsein nicht zugänglich) oder deutlich größer als bewusst wahrgenommen und bekannt, kann dies durchaus zu unangenehmen Überraschungen führen.

Wenn wir nun von gegenseitigem Wohlwollen der Beteiligten und von einvernehmlichem BDSM ausgehen, gilt daher für die Hypnose als Spielzeug das gleiche wie für die meisten anderen SM-Techniken auch: langsam herantasten, Feedback einholen, ggf. langsam steigern!


[1] Revenstorf, Peter (Herausgeber): Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin, 2. Auflage, 2009, S. 142

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Hypnose-Mythen: “Aber ich war doch gar nicht weg!”

Eines der beliebtesten Vorurteile bezüglich Hypnose ist die Vorstellung, der Hypnotisierte sei währenddessen irgendwie “weg” – bewusstlos, tief schlafend, geistig vollständig abwesend, mindestens aber ohne jede Erinnerung an die Hypnose nach dem Ende derselben. Solche somnambulen (“schlafwandlerischen”) Zustände sind grundsätzlich suggestiv machbar und zum Beispiel nützlich, wenn die Hypnose eine Narkose für einen chirurgischen Eingriff ersetzt. Im erotischen Kontext ist ein solcher Modus allerdings selten erwünscht, und auf keinen Fall ist er das, was eine Hypnose definiert.

In einer Hypnose ist das rational-kritische Bewusstsein getrübt, so dass das Denken des Hypnotisierten sich ganz in eine ggf. auch objektiv unlogische fixe Idee vertiefen kann. Das Gehirn ist durchaus aktiv, der Geist fokussiert und den Suggestionen des Hypotiseurs zugewandt, der wiederum die Aufmerksamkeit seines Hypnotisanden durch die gewünschten hypnotischen Phänomene lenkt. Hypnose ist ein Vorgang intensiver Kommunikation zwischen den Beteiligten innerhalb eines vertrauensvollen Verhältnisses. Es ist wichtig, Fehleinschätzungen und Vorurteile in einem Vorgespräch aufzuklären, da sonst eben jenes Vertrauensverhältnis, der Rapport, gestört wird, wenn das hypnotische Erleben nicht den Erwartungen des Hypnotisanden entspricht. Hypnose-Mythen: “Aber ich war doch gar nicht weg!” weiterlesen

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Hypnose und BDSM

Erotische Hypnose, BDSM-Hypnose, Kontrolle durch “Gedankenkraft”, Hypno-Fetisch, Hypno-Domination … was bedeutet das eigentlich alles?

Hypnosis is the bypass of the critical faculty of the conscious mind and the establishment of acceptable selective thinking. (Dave Elman, 1900-1967)

Übersetzt: Bei der Hypnose wird das bewusste kritische Urteilsvermögen umgangen, und es werden gezielte Gedanken hervorgerufen, die für den Empfänger in diesem Moment stimmig sind.

Hypnose ist ein wirksames Ritual, das auf kognitiven und sozialen Fähigkeiten beruht, die jeder Mensch besitzt:

Wird eine Trance durch eine andere Person angeleitet und folgt man deren Suggestionen, wird die Ratio in diesem Moment durch Vertrauen in die Kompetenz des Hypnotiseurs oder der Hypnotiseurin ersetzt. Als soziale Wesen lagern wir solche Entscheidungen ständig an andere Menschen aus, die uns vertrauenswürdig und kompetent erscheinen, weil es in vielen Fällen eine sinnvolle Ersparnis von Zeit und Energie ist. Bewusstes Denken ist im Gegensatz zu intuitivem Denken, das “automatisch passiert”, aufwendig, langsam und ineffizient.

Was hat das ganze nun mit BDSM zu tun?

Stell dir vor, du bist in einem Zustand größter Aufmerksamkeit auf einen anderen Menschen. Jede Geste hat Bedeutung, jedes Wort definiert deine Realität. Du vertraust deinem Gegenüber, hast die Kontrolle abgegeben – für diesen Moment bist du dir sicher, dass sie besser weiss, was für dich gut ist, als du selbst. Dein Denken ist abgeschaltet, vielleicht bis auf einen inneren Beobachter, der protokolliert, was du tust, aber nicht eingreift. Du reagierst nur noch, bist ganz Gefühl, versinkst in diesem angenehmen Zustand, immer tiefer, vergisst sie Welt um dich herum …

Dies beschreibt ein tiefes Eintauchen in eine einvernehmliche Unterwerfung – und ganz genauso eine hypnotische Trance.

Der Hypnotisierte erlebt oder will erleben, keine Verursacherrolle bezüglich des eigenen emotionalen Empfindens und Handelns mehr zu haben. Vor allem das überzeugt ihn davon, wirklich hypnotisiert zu sein. Bei einer Bühnenhypnose wird die Macht über das Geschehen dem Hypnotiseur zugeschrieben. In einem therapeutischen Setting wird das Konzept des Unterbewussten des Patienten postuliert, das über alle notwendigen Ressourcen verfügt, um das bestehende Problem zu lösen. Dieses Unterbewusste ist es auch, das das Erleben des Hypnotisierten beeinflusst und steuert.

Nicht nur in diesem Punkt ist eine BDSM-Hypnose der Bühnen- oder Showhypnose meist ähnlicher als einer therapeutischen Hypnose. Der oder die Aktive hat als Hypnotiseur(in) die Macht, der Hypnotisierte ist den hypnotischen Befehlen willenlos ausgeliefert. Dass diese Willenlosigkeit genau so lange besteht, wie das “Opfer” eine solche absolute Kontrollabgabe anregend findet, lassen wir dabei kurzfristig unter den Tisch fallen, um das Kopfkino der Beteiligten nicht allzusehr zu beeinträchtigen. 😉 (Siehe Macht- und Willenlosigkeit unter Hypnose.)

Hypnose vs. Subspace

Die Übergänge zwischen dem in SM-Sessions häufig angestrebten “Subspace” einerseits mit seinem Fokus auf die eigene Innenwelt unter Reaktion auf die Anweisungen des Aktiven, und einer Hypnose andererseits, sind fließend. Tatsächlich befinden sich submissive Menschen innerhalb einer Session häufig in einem hochsuggestiblen Zustand, in dem der Wille ihres Aktiven ihre Realität entscheidend bestimmt. Und auch beim “Vanilla”-Sex ist eine erfüllende Begenung häufig dadurch charakterisiert, dass die Beteiligten Raum und Zeit vergessen und sich, in einer erotischen Trance, ganz in den Emotionen des Moments verlieren. Hypnose als Ritual ist ein wunderbares Hilfsmittel, “den Kopf abzuschalten” und solche Zustände mit Leichtigkeit zu erreichen, zu verstärken und zu nutzen.

Hypnose als BDSM-Praktik

Grundsätzlich gibt es drei Varianten, Hypnose als BDSM-Praktik einzusetzen:

  • Eine erotische Traumreise innerhalb einer Entspannungstrance. Die Session findet hauptsächlich in der Phantasie des Hypnotisierten statt und wird wenig bis gar nicht körperlich ausagiert, aber als sehr real wahrgenommen. Traumreisen sind besonders interessant, um Szenarien umzusetzen, die real zu erleben zu aufwendig oder zu gefährlich wäre, oder um sich ganz in einen real nicht erlebbaren Fetisch fallenzulassen.
  • Eine Session in Wachtrance. Der Hypnotisierte ist dabei scheinbar hellwach, aber nach wie vor hochsuggestibel für die Worte des Hypnotiseurs. Ausserdem kann hier eine veränderte Wahrnehmung der Realität, vor allem des Selbstbildes implementiert werden. Vorhandene Persönlichkeitsanteile können betont bzw. abgeschwächt wahrgenommen werden. Damit lassen sich Rollenspiele hervorragend unterstützen, zum Beispiel Feminisierung, Petplay oder Ageplay. Der Reiz und die Intensität von Fetischen kann verstärkt werden. Dieser Zustand ist dem spontan auftretenden Subspace am ähnlichsten und es ist besonders leicht, das eine in das andere suggestiv zu überführen.
  • Die Verwendung posthypnotischer Trigger (PHT). Das sind Worte, Berührungen, Gerüche, visuelle oder taktile Reize, die zuvor in Hypose mit einer bestimmten Wirkung verknüpft wurden. Hier ersetzt Hypnose eine klassische Konditionierung. So ist es zum Beispiel möglich, dass der Passive sich allein auf ein Triggerwort hin nicht mehr bewegen oder sprechen kann (hypnotische Bondage oder hypnotischer Knebel) – in manchen Situationen eine sehr nützliche Sache! 🙂

Und wie das ganze funktioniert, lernst du in unseren Seminaren: Solide Grundlagen, Sicherheit, und vor allem: Üben, üben, üben unter kompetenter Anleitung.