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In 7 Schritten zum Hands Free Orgasm (HFO)

Diesen Artikel zu schreiben ist mir nicht leicht gefallen. Nicht nur, weil das Thema “Handfreier Orgasmus” komplex ist, sondern weil ich beim Nachdenken darüber, wie ich die verschiedenen Techniken am besten erklären kann, dermaßen oft versehentlich gekommen bin, dass ich mehrere Zwangspausen einlegen musste. Mein Hirn fickt sich fröhlich selbst! Es ist schon ein hartes Los, für die Wissenschaft zu leiden.

Allein Kraft meiner schmutzigen Gedanken zum Orgasmus zu kommen, ist mir allerdings nicht immer so leicht gefallen. Manchen Menschen ist ein Talent für Handfreie Orgasmen quasi in die Wiege gelegt. Ich selbst gehöre nicht dazu. Bis erstmals ein hypnotischer Orgasmus-Trigger bei mir funktionierte, dauerte es zwei Jahre, während derer ich diverse Techniken ausprobiert und verschiedene Hypnotiseure verschlissen habe.

Damals gab es noch keine Informationen zur Erotischen Hypnose oder zum “Hands Free Orgasm” im Internet zu finden, und bis heute habe ich keine HFO-Anleitung auf Deutsch gefunden, die über “Entspanne dich und lass dich auf das passende Hypnose-File ein” hinausgeht. Dabei gibt es durchaus einige Tipps und Techniken, die ich gern gewusst hätte, als ich vor vielen Jahren angefangen habe, mich mit dem Thema zu beschäftigen.

Was ist ein Handfreier Orgasmus?

Die einfache Antwort, nämlich “ein Orgasmus ohne Stimulation durch die eigenen Hände (oder durch Sexspielzeuge, oder Finger, Zunge oder Genitalien einer anderen Person)”, wird der Vielschichtigkeit des Phänomens nicht gerecht.

Ein Orgasmus ist als ein Feuerwerk diverser Neurotransmitter und Hormone ein höchst individuelles Erlebnis und kann sich, abhängig von diversen inneren und äußeren Faktoren,  von Mal zu Mal höchst unterschiedlich anfühlen. Er kann rein reflektorisch durch einen körperlichen Reiz ausgelöst werden, manchmal sogar ohne ein vorangegangenes Gefühl der Erregung, oder rein durch mentale Stimulation, ohne eine Berührung der Genitalien oder anderer erogener Zonen. Orgasmen können zeitgleich mit einer (männlichen oder weiblichen) Ejakulation oder “trocken” auftreten. Selbst als unangenehm empfundene, unter Umständen sogar traumatische Erlebnisse können zum Spannungsabbau einen Orgasmus zur Folge haben. 

Es gibt (diverse) genitale Orgasmen, anale Orgasmen, Ganzkörper-Orgasmen, tantrische Energie- und Atemorgasmen, Orgasmen, die so intensiv sind, dass sie in einem Tränenausbruch enden, Orgasmen in erotischen Träumen, die manchmal als wirklicher erlebt werden als solche im Wachzustand, “Coregasms” beim Sport, oder Orgasmen, die (wie im Französischen im Begriff des “La petite mort” festgehalten) in einer Bewusstlosigkeit enden oder einer Nahtod-Erfahrung ähnlich sind. Menschen aller Geschlechter können Orgasmen durch verschiedenste körperliche und mentale Reize erleben. Es gibt fließende Übergänge zu ekstatischen Zuständen, die in veränderten Bewusstseinszuständen spontan auftreten oder absichtlich herbeigeführt werden können, zum Beispiel unter dem Einfluss von Drogen, bei Tanz-Ritualen, oder eben mittels Hypnose.

Bei Frauen ist das Orgasmus-Erleben oft vielfältiger als bei Männern. Bei letzteren besteht der erste Schritt für mehr Vergnügen meist darin, Erregung von Erektion und Orgasmus von Ejakulation getrennt zu betrachten. Diese körperlichen und/oder emotionalen Phänomene können jeweils gemeinsam auftreten, müssen dies aber nicht zwingend tun.

Unterleib und Beckenboden werden durch mehrere voneinander unabhängige Haupt-Nerven versorgt. Einerseits sensorisch, also was die Weiterleitung von Reizen aus dem Körper aufwärts ins Gehirn betrifft. Daher werden klitorale, G-Punkt und Zervix (Muttermund)-Orgasmen oft unterschiedlich wahrgenommen – genau wie sich Penis- und Prostata-Orgasmen verschieden anfühlen, obwohl diese Reize am Ende alle in derselben Hirnregion abgebildet werden. Andererseits werden die Steuerungsbefehle aus dem Gehirn abwärts in die Genitalien ebenfalls durch verschiedene Nerven geleitet. Dadurch kann zum Beispiel ein Samenerguss auch ganz ohne vorangegangene Erektion stattfinden – es sind verschiedene körperliche Vorgänge, die oft, aber nicht immer miteinander gekoppelt sind.

Wer Lust hat, das wunderbar komplexe Phänomen menschlicher Orgasmen intensiver zu studieren, dem empfehle ich das Buch “The Science of Orgasm” (Komisaruk, Beyer-Flores, Whipple, 2006). Dort findest du jede Menge spannendes Lesefutter für Sex-Geeks, so dass wir uns hier nun endlich hemmungslos der Praxis zuwenden können.

Handfreier Orgasmus (HFO) – eine Anleitung

Angesichts der Tatsache, dass viele Menschen in ihrem Leben bereits Orgasmen ohne jede körperliche Stimulation erlebt haben – nämlich im Traumschlaf – ist es nicht weit hergeholt, dass “Handfreie Orgasmen” auch im Wachzustand möglich sind. Die Wege dorthin können so unterschiedlich sein, wie das Erleben der jeweiligen Orgasmen, und auch dieses Erleben darf veränderlich sein und ist trainierbar. Wenn du über die Erotische Hypnose zum Thema Hands Free Orgasm gekommen bist, interessierst du dich vielleicht besonders für den HFO mittels hypnotischer Suggestion.

Ein Hypnotischer Orgasmus kann ein reiner “Kopforgasmus” sein, ohne genitale Muskelkontraktionen. Oder er kann als euphorischer Gefühlsausbruch beginnen, der sich dann im Unterleib fortsetzt.

In dieser speziellen Anleitung zum HFO möchte ich eine dritte Variante vorstellen, nämlich einen Orgasmus, der durch eine spezielle Art der Muskelanspannung in der Genitalregion beginnt und sich dann zu einem Ganzkörper-Glücksgefühl ausweitet. Wahrscheinlich (denn dieses Thema ist noch nicht abschließend wissenschaftlich belegt) stimulieren wir dabei den Vagusnerv, und das, was oft als “weiblicher Ganzkörper-Orgasmus” bezeichnet wird, ist in erster Linie ein Vagusnerv-Orgasmus. Die Methode funktioniert allerdings tatsächlich unabhängig von deinem Geschlecht bzw. den biologischen Gegebenheiten zwischen deinen Beinen.

Die folgende Anleitung zum Handfreien Orgasmus kannst du jetzt gleich während des Lesens ausprobieren – und je besser du darin geübt bist, desto eher wird dein Körper dann auch in Hypnose “automatisch” aufgrund einer passenden Suggestion entsprechend reagieren.

1. Kegeln für den Beckenboden

Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme deiner Beckenboden-Muskulatur. Die Kraft und Ausdauer dieser Muskeln spielen bei jedem körperlich-genitalen Orgasmus eine große Rolle, egal ob es ein herkömmlich ausgelöster Orgasmus ist oder ein HFO. Je besser dein Beckenboden trainiert ist, desto intensiver sind deine Orgasmen. Die Durchblutung deiner Beckenregion ist stärker, du wirst leichter erregt und deine Erregung hält länger an.

Die Anspannung kurz vor dem Orgasmus und die Muskelkontraktionen, die du währenddessen spürst, kannst du durch Beckenbodentraining verstärken und intensivieren. Starte mit der einfachen “Kegel”-Übung (benannt nach einem US-amerikanischen Gynäkologen) und spanne jetzt einmal die Muskeln an, mit denen du beim Toilettengang den Urinstrahl anhalten kannst. 

Nun verstärke diese Anspannung und weite sie aus, bis sie von der Analregion bis vorn zum Schambein reicht. Die Pobacken bleiben dabei locker – es geht nur um die Muskulatur innerhalb des Beckens. Dabei nicht das Atmen vergessen!

Und loslassen.

Sollte dir diese Übung schwer gefallen sein, empfehle ich hier anzusetzen und täglich ein paar Mal kurz zu trainieren. Manche Menschen können übrigens allein schon davon kommen, einfach zu “kegeln” – und spätestens, wenn du am Rande eines Orgasmus stehst, hilft ein solcher Schubs oft, die Schwelle zu überschreiten.

2. Der Reißverschluss

Sobald du es schaffst, den ganzen Beckenboden gleichmäßig anzuspannen, wenden wir uns den Feinheiten zu. Dabei fangen wir von hinten an: einmal bitte nur den Analmuskel allein anspannen … dann die Anspannung nach vorn wandern lassen … und ein wenig nach oben in Richtung Bauch. Wie einen Reißverschluss, den du zwischen deinen Beinen langsam von hinten nach vorn schließt.

Loslassen.

Und dann umgekehrt: beginne mit der Anspannung vorn, mit den unteren Bauchmuskeln … dann aktiviere die Muskeln hinter dem Schambein (also etwas oberhalb von Penis oder Klitoris) … lass diese Anspannung nach unten und hinten wandern … bis du beim Analmuskel ankommst … und alles loslassen.

Die unterschiedlichen Muskelregionen getrennt anzusteuern ist selbst für Menschen mit einem starken Beckenboden oft ungewohnt, aber auch hier macht Übung den Meister! Spiele ein wenig mit kleinen Wellen von hinten nach vorn und zurück, oder lass nur die Mitte pulsieren und den Rest locker. Nur nicht zu verbissen werden – wir sind hier zwar irgendwie schon beim Sport, aber das Ganze soll dabei auch vergnüglich bleiben! Möglicherweise stellt sich bei dieser Übung auch schon von selbst durch die vermehrte Durchblutung ein angenehmes Kribbeln ein.

3. In Stimmung kommen 

Falls dich die vorherige Übung angestrengt hat, dann ist hier erst einmal durchatmen angesagt. Mach eine kleine Pause. Die folgenden Schritte funktionieren dann am besten, wenn du bereits ein wenig erregt bist – du kannst also etwas unternehmen, das dich in Stimmung bringt, sei es das Eintauchen in eine sexuelle Phantasie, einen Porno zu schauen, eine erotische Hypnose zu hören, oder die Stimulation deiner Nippel. Nur nicht genital berühren, denn wir wollen ja “hands free” trainieren.

4. Sanfte Anspannung und erotisches Kribbeln

Nun geht es darum, gezielt einen bestimmten Teil deiner Beckenbodenmuskulatur anzusteuern – und zwar ganz, ganz leicht. Oft genügt hier schon der Gedanke einer Anspannung! Fokussiere deine Aufmerksamkeit auf die Muskeln zwischen unterem Bauch und Genitalien, auf die Region direkt hinter deinem Schambein. Stell dir nun vor, wie es wäre, diese Muskeln ganz leicht zu aktivieren. 

Wenn du diesen Bereich noch nicht ohne weiteres ansteuern kannst, stell dir vor, deine Klitoris oder deinen Penis sanft nach oben und tiefer in deinen Körper hineinzuziehen. Wenn du dabei weitere Teile deiner Beckenbodenmuskulatur mit aktivierst oder auch dein ganzes Becken ein wenig bewegen möchtest, ist das kein Problem. Streng dich nur nicht zu sehr an dabei und fokussiere dich auf den Punkt hinter deinem Schambein. Du kannst dabei gleichmäßig leicht anspannen, oder ein wenig pulsieren. Vielleicht stellt sich ein Kribbeln und Pulsieren an diesem Punkt auch schon von alleine ein.

5. Tiefe Bauchatmung

Während du dich weiter auf die sanfte Anspannung in deinem Fokuspunkt hinter dem Schambein konzentrierst, lenke auch deinen Atem dorthin. Lange, tiefe Atemzüge in den unteren Bauch. Dies stimuliert den Vagusnerv zusätzlich. 

Um deine sexuelle Energie zu vergrößern, kannst du währenddessen weiter deine Nippel streicheln, oder Szenen einer erotischen Phantasie in deinem Geist aufblitzen lassen in Bildern oder Worten, die dich erregen.

Spiele mit Beckenboden und Atmung, bis sich ein Kribbeln in deiner Genitalregion einstellt. Es soll deutlich spürbar sein und immer noch leicht ansteigen, Wenn du schon über den Peak hinaus bist und das Gefühl wieder nachlässt, mach eine kleine Pause und starte noch einmal bei Schritt vier. Das Kribbeln darf also nicht zu stark und nicht zu schwach sein – mit der Zeit findest du den idealen Punkt ganz leicht.

6. Komplett entspannen und genießen

Dies ist der wichtigste Schritt! Wenn das Kribbeln in deinem Unterleib den idealen Punkt erreicht hat, lass schlagartig alle Anspannung los. Atme aus, entspanne deinen ganzen Körper, lass deinen Atem fließen. Wenn alles klappt wie geplant, breitet sich das Kribbeln nun in deinem ganzen Körper aus und flutet dich mit Euphorie bis in die Haarwurzeln und Zehenspitzen. Bleibe vollständig entspannt, bis das Gefühl seinen Höhepunkt erreicht. An diesem Punkt kommt es manchmal, nicht immer, zu unwillkürlichen genitalen Kontraktionen und Beckenboden-Zucken, bis hin zum körperlichen Orgasmus inklusive Ejakulation.

7. Wiederholen und verstärken

Hier gibt es nun verschiedene Möglichkeiten. Manche lieben es, weiter in vollständiger Entspannung zu schweben, bis die Welle der Ekstase nachgelassen hat, und dann wieder bei Schritt vier einzusteigen. Auf diese Art kannst du dich bis zur Erschöpfung von einer Euphorie in die nächste schwingen! Diese Variante funktioniert besonders gut für Hypnose-Liebhaber, die schon allein die Entspannung tiefer Trance-Zustände als wunderbar erregend wahrnehmen. 

Du kannst aber auch aktivere Methoden testen, den Ganzkörper-Orgasmus noch weiter zu verstärken, sobald er sein natürliches Maximum erreicht hat. Zum Beispiel, indem du anfängst, dein Becken zu bewegen, schnell und kurz zu atmen, zu stöhnen, deinen Körper Ekstase ausdrücken zu lassen durch Muskelzucken oder Augenrollen. Das kannst du willkürlich tun, oder einfach deinen Impulsen folgen und sie verstärken. Konzentriere dich auf das Gefühl der Erregung und tauche tiefer hinein. Es geht dabei darum, deinem Körper vorzugaukeln, dass du gerade kurz vor einem Orgasmus stehst. Den körperlichen Ausdruck eines Gefühls absichtlich herzustellen, erschafft das Gefühl bzw. intensiviert es. Das funktioniert mit einem einfachen Lächeln genauso wie mit erregter Atmung und einem “Orgasmus”-Gesicht.

HFO Tipps & Troubleshooting

  • Diese Hands Free Orgasm-Anleitung zeigt verschiedene Ansätze, die durch Training verbessert werden können. Für den einen ist die Stärkung des Beckenbodens der entscheidende Faktor, die andere gewinnt am meisten durch das Spiel mit Orgasmischer Atmung. Für beides findest du im Netz diverse Anleitungen und Hilfen. Da bei jedem Menschen andere Voraussetzungen bestehen, hilft hier nur ausprobieren – und genießen! Vergiss bei aller ernsthaften Recherche nicht, dass es in erster Linie um deinen Spaß geht.
  • Wenn du noch nie einen Handfreien Orgasmus erlebt hast und noch zweifelst, ob das für dich überhaupt möglich ist, empfehle ich die “willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit” (“suspension of disbelief”). Das ist dieselbe innere Haltung, mit der du einen Fantasy-Roman oder einen Science Fiction-Film überhaupt erst genießen kannst: Lass um des Vergnügens willen deinen Glauben darüber, wie die Welt funktioniert, einfach mal für eine Weile hinter dir, ohne “Aber”, Zögern oder Zweifel. Tauche ein in ein wunderbares Spiel, das, genau wie ein gutes Buch oder ein guter Film, dann manchmal überraschend reale Reaktionen deiner Gefühle und deines Körpers hervorrufen kann.
  • Richte deine Aufmerksamkeit auf positive Reize. Lass zu und beobachte, was geschieht. Solltest du merken, dass du dich selbst unter Erfolgsdruck setzt (“Klappt es diesmal endlich mit dem HFO?”) lass diesen Gedanken einfach los und fokussiere dich wieder zurück auf das Kribbeln in deinem Körper, auf eine erotische Phantasie, oder natürlich auf eine erotische Hypnose, die du gerade hörst.
  • Wenn du dich dem Orgasmus näherst, kann es hilfreich sein, diesem durch einen willkürlichen Reiz, eine Anspannung des Beckenbodens, einem Kneifen deiner Nippel, oder dem Flüstern eines erregenden Mantras einen extra “Schubs” zu geben – oder ganz im Gegenteil ziel- und absichtslos genauso weiterzumachen und deinen Körper den Rest erledigen zu lassen. Letzteres funktioniert besonders gut, falls du manchmal dazu neigst, dich unter Druck zu setzen. Probiere aus, was für dich am besten passt.
  • Wenn du weitere Tipps und Methoden für dich gefunden hast, einen Handfreien Orgasmus zu erreichen, freue ich mich über deine Erfahrungen in einem Kommentar!

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Ein Gedanke zu „In 7 Schritten zum Hands Free Orgasm (HFO)

  1. Mein ganz großes Kompliment, DAS ist genau was ich in dilettantisch einfachster Form versuchte zu probieren. Diese hypnotische HFO Anleitung ist exakt wonach ich gesucht haben würde (vorausgesetzt ich hätte geahnt, dass es existiert!)

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